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Gesundheitliche Aspekte beim Rauchen von Wasserpfeifen (Shisha)

Seit Jahrzehnten sind die negativen Gesundheitseffekte beim Rauchen von Tabak belegt. Auf Grund dessen und gesundheitspolitischer Überlegungen sind deutliche Verbote und Beschränkungen für das Rauchen von Tabak erlassen worden.

Alternativ zum Tabakrauch findet das Rauchen von Wasserpfeifen oder alternative Rauchtechniken wie die E-Zigarette statt. Diese werden als unproblematisch und „cool“ angesehen. Trifft dies auch wirklich zu?

In einer Stellungnahme des Bundesumweltbundesamtes in Bezug auf die elektronische Zigarette wird zusammen gefasst, dass es bei der E-Zigarette zu Belastungen der Raumluft kommt, die sowohl den Raucher als auch Dritte (passiv) gefährden. Daher wird empfohlen, dass für die E-Zigarette die gleichen Beschränkungen anzuwenden sind wie beim herkömmlichen Rauchen!

Noch „trendiger“ wird das Shisha-Rauchen angesehen. Dieses erfolgt gerne in der Gruppe und soll zur Entspannung beitragen. Kaum sind bisher die gesundheitlichen Aspekten des Shisha-Rauchens untersucht, erwähnt und mitgeteilt worden.

Beim Shisha-Rauchen kommt es unter anderem zur Bildung von Kohlenmonoxid, feinen Partikeln, krebserzeugenden Substanzen und auch Nikotin. Diese Stoffe belasten sowohl den Raucher als auch Dritte. Ein Auswaschen des Rauches in Wasser wie vermutet findet nicht statt!

Im Folgenden  sollen einige Risiken besonders erwähnt werden: Kohlenmonoxidvergiftungen bewirken eine Minderversorgung mit Blutsauerstoff.

Auf Grund dessen sollen besonders Menschen mit Lungen- und Herzerkrankungen als auch Schwangere weder aktiv Shisha rauchen noch diesem Rauch passiv ausgesetzt sein. Eine Sauerstoffminderversorgung kann zu Sauerstoffmangel im Gehirn oder im Herzen mit den entsprechenden Folgen führen. Ein  Sauerstoffmangel bei Schwangeren führt zur Minderversorgung beim Embryo.

Die krebserzeugenden Substanzen können wie bei Tabakrauchunter anderem zu Tumoren der Lunge, der Speiseröhre im Nasen- Rachenraum führen. Wie beim Zigarettenrauch auch, kann das Shisha-Rauchen zu chronischen Lungen-erkrankungen führen.

Interessanterweise besteht auch eine deutliche Keimbelastung im Wassergefäß und in den Schläuchen der Wasserpfeife. Daher kann hier ein Infektionsrisiko besonders bei Immunabwehrgeschwächten nicht ausgeschlossen werden.

Beschrieben ist ein vergleichbares Suchtpotential wie das Zigaretten-Rauchen. Daher besteht durchaus die Gefahr, dass Wasserpfeife-Rauchen wieder zu Zigaretten-Rauchen führen kann (Bahnungseffekt).

Auf Grund dessen ist das Wasserpfeife-Rauchen nicht als harmloses Gruppenrauchen oder als harmloses Freizeitverhalten anzusehen. Die gesundheitlichen Gefahren sind vergleichbar mit dem Zigaretten-Rauchen. Daher sollten entsprechende Produkte ähnlich wie Zigarettentabak deklariert werden und Jugendliche verstärkt über das Wasserpfeife-Rauchen und die Risiken informiert werden.

Dr. med. W. Bunk
Stand 12/ 2016