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Neue Technologien

Nanotechnologie Bewertung aus arbeitsmedizinischer Sicht

Die Nanotechnologie gilt als Schlüsseltechnologie der Zukunft. In den nächsten Jahrzehnten könnten wichtige Industriebereiche durch diese Technik stark beeinflußt werden. Zur Zeit sind in Deutschland ca. 500 Unternehmen mit rund 50.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig. Anwendungsbeispiele für Nanomaterial sind wasser- und schmutzabweisende Beschichtungen, chemische Katalysatoren, Trägersubstanz für Medikamente, Sonnenschutzcremes oder auch Reinigungsmittel und Textilien mit besonderen Eigenschaften. Die Nanotechnologie beschäftigt sich mit Partikeln mit Abmessungen in etwa einem hundert Millionsten
Millimeter und weniger. Dabei kommen unterschiedlichste Materialien zum Einsatz.

Belastungen
Nanomaterialien sind auch in der Umwelt bekannt. Diese entstehen z.B. bei diversen Verbrennungsprozessen. Neu ist die synthetische Herstellung entsprechender Materialien. Zur Zeit ist unklar, welche Wirkungen synthetisches Nanomaterial auf den Menschen und die Umwelt haben. Zur Zeit kann man sagen, dass unlösliche und schwerlösliche Nanomaterialien toxikologisch und ökologisch
problematischer sind als im Vergleich zu löslichen Materialien.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Auf Grund der unzureichenden arbeitsmedizinischen Kenntnisse gibt es zur Zeit keine Empfehlungen zur arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung für Beschäftigte.

Arbeitsschutz
Aus Vorsorgegründen sind folgende Arbeitschutzmaßnahmen  bei entsprechender Exposition zu empfehlen:

  • bei Möglichkeit Bindung der staubförmigen Nanomaterialien in flüssiger oder  fester Form
  • Absaugung
  • Unterweisung und Information der Beschäftigten
  • evtl. Atemschutzmasken P 2/P 3 und geeignete Handschuhe und Schutzkleidung

Für die Gefährdungsbeurteilung sind Sicherheitsdatenblätter und Herstellerangaben wichtige Informationsquellen.
In der Zukunft bleibt abzuwarten, ob sich hinsichtlich dieser Technik, die unterschiedlichste Materialien und Einsatzbereiche umfasst, weitere bzw. neue Gesichtspunkte ergeben.

Dr. med. W. Bunk
Dez. 2010