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Gesundheitsgefährdung durch Tattoo

Das Bundesinstitut für Risikobewertung teilt mit, daß derzeit die Gesundheitsgefährlichkeit von Tattoos nur bedingt abgeschätzt werden kann. Danach hat fast jeder 10. Deutsche ein Tattoo.

Über die Langzeitwirkung der Farbstoffe im Organismus ist bisher nichts bekannt, obwohl sie sich dort ein Leben lang verbleiben.

Mit Hilfe von Nadelstichen wird in die mittlere Hautschicht Pigmente eingebracht, die dann durchaus in tiefere Hautschichten gelangen können und über die Blutbahn im Körper verteilt und umgewandelt werden.

Die Folge können schwere allergische Hautreaktionen und Entzündungen sein.

Hauptallergen ist der Wirkstoff Para-Phenylenindiamin (PPD). Dieser Stoff findet beispielsweise zum Abdunkeln bei Henna Einsatz. Weitere Gefahren können Verunreinigungen der Farbmischungen wie sogenannte Azo-Farbstoffe sein, die in krebserzeugende aromatische Amine gespalten werden können.

Auch beim Entfernen von Tätowierungen können neben gefährlichen chemischen Reaktionen auch Narben und Pigmentstörungen die Folge sein.

Derzeit unterliegen Tätowierfarben noch keiner gesetzlichen Regelung im Vergleich zu kosmetischen Mitteln. Daher ist unbedingt zu empfehlen, dass nur solche Farbmittel zum Einsatz kommen, die zumindest den Anforderungen der europäischen Kosmetik-Richtlinie bzw. der deutschen Kosmetikverordnung entsprechen.

Das Einbringen von Fremdstoffen ist besonders für Allergiker problematisch. Im Sinne der Primärprävention sollten Allergiker, deren Anzahl in den letzten Jahren angestiegen ist, auf Tattoos sowie das sogenannte Permanent Make-Up verzichten.