Schlafstörungen im Arbeitsleben

Nach aktuellen Studien sind mehr als 40% der Erwachsenen müde und mehr als 66 %, haben gelegentlich oder dauerhafte Schlafprobleme. Dies kann zu Unfällen, Arbeitsausfällen und zu erhöhten Arbeitsunfähigkeiten führen.

Schlaf gilt dann als zu kurz, wer weniger als 6 Stunden pro Tag schläft. Kurzfristig ist dies möglich, aber Schlafdefizite sollten in den Folgetagen oder am Wochenende nachgeholt werden. Warum nehmen Schlafprobleme in den letzten Jahren zu:

Erwartungen rund um die Uhr erreichbar zu sein- ständig online zu sein-, zunehmend Verlagerung von Arbeit in die Freizeit bzw. in die Abendstunden auf Kosten des Schlafes. Zunehmend Reduktion der Schlafzeit zugunsten von weiteren Aktivitäten.

Eindringlich wird einem dies vor Augen geführt. Nach aktuellen Erhebungen soll jeder 5. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren täglich 10 Stunden und mehr online ist! Eigentlich schon schwer vorstellbar.

Zieht man die Zeit für den vorgeschriebenen Schulbesuch ab, so bleibt nicht mehr viel Zeit um ausreichend zu schlafen oder um Zeit für weitere Aktivitäten zu haben, seien diese sozialer oder sportlicher Natur.

Folge von Schlafstörungen oder Schlafmangel können sowohl Einschlaf- als auch Durchschlafstörungen sein. Verbunden damit sind Müdigkeit und Tagesschläfrigkeit am Tag. Eine weitere Schlafstörung ist die Schlafapnoe, bei diesen Personen ist die Schlafqualität mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit verbunden. Langfristig sind Schlafstörungen mit einem erhöhten Risiko verbunden, an Depressionen und Herzinfarkten zu erkranken.

Derzeit arbeitet jeder 6. Arbeitnehmer in Deutschland in Schichtarbeit. Medizinisch belegbar ist, dass 3-Schicht-Systeme eine negative Auswirkung auf die Schlafqualität bei den Betroffenen haben.

Betrachtet man die möglichen Folgen von Schlafstörungen, so sind Maßnahmen zur Schlafhygiene unbedingt angebracht.

Maßnahmen können durch Änderung des Verhaltens als auch der Verhältnise begleitet werden. So sind vorwärtsrotierende Schichtsysteme bei Schichtarbeit zu empfehlen, weil die Schlafdauer verlängert ist.. Nach Ende der Nachtschicht sollte möglichst gleich geschlafen werden. Kommt es zu Schlafstörungen, so hat sowohl die Verhaltenstherapie als auch die Pharmakotherapie ihren Stellenwert. Bei Tagesschläfrigkeit, unruhigen Beinen und Schnarchen sollte eine schlafmedizinische Abklärung erfolgen.

Darüber hinaus könnte in den Firmen das sogenannte Mittagsnickerchen initiiert werden. Besonders beim Mittagstief zwischen 12 und 14 Uhr und dem Nachmittagstief zwischen 16 und 18 Uhr würde das dem Biorhythmus entsprechen. Dabei könnte ein Schlaf zwischen 10 und 30 min. als sogenannter Powernap hilfreich sein und dem Abbau von Schlafdefizit dienen. In Firmen wird häufig ein betriebliches Gesundheitsmanagment eingerichtet. Maßnahmen zum Abbau von Schlafdefizit und Schlafstörungen sollte zukünftig verstärkt in den Fokus gestellt werden. Dies kann angestoßen über die Betriebsärzte in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen im Rahmen des betrieblichen Präventionsauftrages angestoßen werden.

 

Dr. med. W. Bunk

Stand 12/18